Trianon, sagt der Budapester Historiker Krisztián Ungváry, ist „die größte historische Katastrophe, die Ungarn je erlitten hat“. Zwei Drittel seines Territoriums und über die Hälfte seiner Bevölkerung verlor das Land durch den Vertrag vom 4. Juni 1920 – und das schmerzt viele Ungarn auch fast 100 Jahre danach. „Es ist so, als würden 20 Millionen Deutsche außerhalb der Grenzen der Bundesrepublik leben“, sagt Ungváry.

Nach dem Ersten Weltkrieg richteten viele Nachbarn begehrliche Blicke nach Ungarn, das als Teil des Habsburgerreiches zu den Kriegsverlierern zählte. Vor allem Rumänien, die Tschechoslowakei, das neue Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, das spätere Jugoslawien, wollten sich dort bedienen. Die vier führenden Siegermächte ließen das zu. Ein Beobachter der Friedenskonferenz in Paris schrieb damals: „Es war ziemlich offensichtlich, dass die Großen Vier über die Länder östlich von Deutschland kaum nachgedacht hatten; sie waren viel zu sehr mit dem Hauptübeltäter beschäftigt,

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