Brandt 1961
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Brandt 1961

Willy Brandt und sein Erbe

Der gute Deutsche

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Vom vaterlosen Arbeiterkind zum Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger – wie Willy Brandt eine Epoche prägte, die bis heute nachwirkt. Von Uwe Klußmann

Tagelang, wochenlang quälte er sich mit der Entscheidung, beriet sich mit Freunden, Mitarbeitern und auch politischen Mitstreitern, die sich nun als Fallensteller und Konkurrenten erwiesen. Dann, am 7. Mai 1974, zog sich ein enttäuschter, entmutigter und zorniger Willy Brandt in sein Amtszimmer zurück und entwarf mit grünem Filzstift mehrere Fassungen seines Demissionsschreibens an den Bundespräsidenten Gustav Heinemann, bis stehen blieb: "Ich übernehme die politische Verantwortung für Fahrlässigkeiten im Zusammenhang mit der Agentenaffäre Guillaume und erkläre meinen Rücktritt vom Amt des Bundeskanzlers."

Wenige Wochen zuvor, im April, war sein Kanzleramtsreferent Günter Guillaume in Bonn als Agent der DDR verhaftet worden. Jahrelang hatte sich Guillaume im engsten Umfeld Brandts bewegt, kannte intime politische und private Details aus dem Leben seines Chefs.

Es war eine der größten Politaffären der deutschen Nachkriegsgeschichte.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Biografie-Ausgabe 4/2018.
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