SPIEGEL: Herr Brandt, Ihr Bruder Matthias hat Ihren gemeinsamen Vater als "emotional behindert" beschrieben. Teilen Sie dieses Urteil? 

Brandt: Das ist sehr krass formuliert. Ich bin 13 Jahre älter als Matthias und habe unseren Vater anders erlebt. Er war zwar durch seine politische Tätigkeit oft nicht präsent. Ich hatte aber als Kind das Gefühl, dass er, wenn er zu Hause war, auch für mich da war.

SPIEGEL: Wie hat er Freizeit mit Ihnen als Kind verbracht?

Brandt: Wir machten Sommerurlaube in Oberbayern, Österreich und Norwegen. Da war er schon für die Familie da, auch wenn er mal allein angeln ging, um abzuschalten. Wir sind oft zusammen gewandert. Er hat abends vorgelesen. Es war ein ganz normales Familienleben.

SPIEGEL: Als Sie ein kleiner Junge waren, kam er da oft ins Kinderzimmer, um mit Ihnen zu spielen?

Brandt: Er kam wenig ins Kinderzimmer. Aber er hat sich viel mit mir unterhalten, vor allem als ich dann zur Schule ging. Er hat mich gefragt, was ich lese, welche

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Biografie-Ausgabe 4/2018.
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