Sie gehört zu den wenigen Ostdeutschen, die es ganz nach oben geschafft haben. Gleich nach der Wende ist sie in den Westen gegangen und hat Karriere gemacht. Weil sie geschickter, nervenstärker und abgebrühter war als ihre Rivalen aus dem Westen.

Jetzt ist sie Kanzlerin, seit fast 14 Jahren schon. Eine Pfarrerstochter aus der uckermärkischen Provinz, die seit Langem als eine der mächtigsten Frauen der Welt gehandelt wird. Ist Angela Merkel nicht der lebende Beweis dafür, dass die deutsche Einheit ein Erfolg war?

Sie selbst scheint ihre Zweifel zu haben. Neulich schlug Merkel in einem "Zeit"-Interview eine Tonlage an, die auch altgediente SED-Kader erfreut hätte – wenn sie es denn gelesen hätten. Zur Arbeit der Treuhandanstalt gebe es "viele Fragen", die "legitim" seien, sagte sie da. Viele Bürger sähen ihre "Verdienste nicht ausreichend gewürdigt". Und im Übrigen fände sie es "nicht so verwunderlich, dass es in Ostdeutschland Frustrationen gibt".

30 Jahre nach dem Fall der Mauer zieht nicht

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 54/2019.
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