Es gibt Auftritte im Leben eines Politikers, die so beschämend sind, dass man sie nicht mehr vergisst. Einen solchen Augenblick hat sich Russlands Präsident Wladimir Putin vor zwei Wochen geleistet. Er hatte gerade zu einem Minigipfel in Wladiwostok geladen. Neben ihm saßen Chinas Präsident, die Premiers von Japan und Südkorea und das Oberhaupt der Mongolei auf einem Podium. Man sprach über Wirtschaft und große Politik.

Aber plötzlich wechselte der russische Moderator das Thema: ob Putin nicht etwas zu den britischen Vorwürfen sagen wolle, zwei russische Geheimdienstoffiziere hätten Sergej Skripal vergiftet? Es ging um jenen Giftanschlag im März, bei dem der ehemalige britisch-russische Doppelagent und seine Tochter in Salisbury schwer verletzt worden waren.

Mit steinerner Miene verfolgten die asiatischen Nachbarn, wie Putin schmunzelte und die offenkundig vorbereitete Antwort abspulte: Sicherlich, man habe die Männer gefunden, die London verdächtige. An der Sache sei aber gar "nichts Besonderes

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 40/2018.
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