Nicht jeder hat sich über den Mauerfall so freuen können wie jene Berliner, die am 9. November auf den Straßen feierten. Der Herbst 1989 war für viele eine traumatische, demütigende Erfahrung. Das gilt auch für jenen jungen russischen Geheimdienstoffizier, der damals die Nummer zwei in der KGB-Außenstelle Dresden war.

Wladimir Putin war vier Jahre zuvor aus Leningrad nach Dresden gekommen. Es wirkte auf ihn, so hat er es jedenfalls später dargestellt, wie eine Reise in die Vergangenheit. Gemerkt habe er das erst im Gespräch mit den Kollegen von der Stasi.

"Das war ein streng totalitäres Land nach unserem Ebenbild – aber von vor 30 Jahren." Dresden war von der Perestroika unberührt.

Das Leben in der Zeitkapsel DDR war für die Putins komfortabel, aber monoton. Man traf sich mit den "Freunden" – so hießen im Dienstjargon die Kollegen von der Stasi –, und am Wochenende ging es mit dem Schiguli in die Sächsische Schweiz oder zur Brauerei nach Radeberg. Auch die Arbeit war eintönig. Sie bestand

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 54/2019.
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