Lutz Klinke hat in diesem Frühjahr schon die Beete vom Unkraut befreit, jetzt müsste er neuen Rasen aussäen, um die vertrockneten Stellen wieder grün zu bekommen. Und die Wände seiner Hütte brauchten einen neuen Anstrich. Er weiß nur nicht, "ob sich der Aufwand noch lohnt".

Klinke, 54, von Beruf Handwerker, besitzt eine von 80 Parzellen der Kleingartenkolonie "Morgengrauen" in Berlin-Mariendorf. Doch sein grünes Idyll könnte bald Geschichte sein. Auf dem Grundstück sollen ab 2020 eine Schule und eine Kita gebaut werden, so sieht es ein Entwurf des Senats vor. Noch wird verhandelt, aber wenn es schlecht läuft für Klinke und seine Nachbarn, muss die ganze Kolonie weichen.

Es geht um drei Hektar Land. Klinke lässt seinen Blick über die Kleingärten schweifen. "Wenn ich diese Fläche sehe", sagt er, "dann frage ich mich: Soll hier ein Olympiastadion hinkommen? Warum brauchen die so viel Platz?" Für ihn geht es um die Frage, ob er noch einen Eimer Farbe für seine Hütte kaufen soll. Für Berlin geht

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 23/2019.
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