Wolfgang Herles, 69, ist bekannt geworden als Fernsehjournalist. Zur Wendezeit leitete er das ZDF-Studio Bonn, später moderierte er das Kulturmagazin "aspekte" und die Literatursendung "Das blaue Sofa". In seinem neuen Buch schreibt Herles über das, was Deutsche für Esskultur halten.

SPIEGEL: Herr Herles, wonach schmeckt Deutschland?

Herles: Nach einem billigen Stück Fleisch mit Sättigungsbeilage, alles übergossen mit versalzener Soße und serviert mit einer Riesenportion schlechtem Gewissen.

SPIEGEL: Ach, kommen Sie! Ist dieses Klischee nicht längst überholt?

Herles: Natürlich gibt es heute hervorragende deutsche Köche, und eine Minderheit von Feinschmeckern hat sich vom Massengeschmack emanzipiert. Interessant ist aber, wann das begonnen hat. Das war in den Siebzigerjahren, als in Frankreich die Nouvelle Cuisine aufkam. Die Nouvelle Cuisine hat Werte in der Spitzenküche verbreitet, mit denen auch Deutsche etwas anfangen konnten: Einfachheit, Schlichtheit, Natürlichkeit. Es sind

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