Ökonomische Nostalgiker, die besonders häufig in der AfD anzutreffen sind, empfehlen gegen die verhasste Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ein Patentrezept: Deutschland müsse bloß wieder eine eigene Währung einführen, schon würde geldpolitische Normalität einkehren. Der Geldwert bliebe stabil, der Wechselkurs genauso und, das Wichtigste, endlich würde es wieder Zinsen geben aufs Ersparte. Denn Nullzinsen, da trügt die Erinnerung die Währungsnationalisten nicht, gab es früher nie, als die Bundesbank die heimische Währung noch im Alleingang verwaltete.

Trotzdem könnten die D-Mark-Patrioten nicht ärger danebenliegen. Ihre Hoffnungen auf eine ruhmreiche Wiederbelebung der Wirtschaftswunderwährung würden enttäuscht. Geschichte lässt sich nicht wiederholen. In Wirklichkeit wäre die Bundesbank zu noch drastischeren Maßnahmen gezwungen als derzeit die EZB, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.

Warum wäre das so? Die Deutschen halten sich viel zugute auf ihre Rolle als Exportmaschine.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 46/2019.
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