Olga Witt gehört zu den Zero-Waste-Pionierinnen in Deutschland: Sie hat den ersten Unverpackt-Laden in Köln mitgegründet. Auf Ihrem Blog und in ihren Büchern schreibt sie darüber, was es heißt, möglichst wenig Müll zu produzieren. Als sie schwanger wurde, beschloss sie, auch mit Baby bei ihrem Zero-Waste-Lifestyle zu bleiben.  

SPIEGEL: Viele Eltern geben für Babyzubehör ein kleines Vermögen aus und kaufen alle möglichen Dinge, vieles davon landet eines Tages wieder auf dem Müll. Was braucht man wirklich? 

Witt: Das ist natürlich total individuell. Wir haben zum Beispiel keinen Wickeltisch gebraucht, weil wir in unserer Wohnung eine Waschmaschine neben dem Waschbecken haben, die wir mit einer Wickelauflage ideal nutzen konnten. Auf der anderen Seite hätte mein Mann zum Beispiel sehr gern auf einen Kinderwagen verzichtet, weil er den spießig findet. Ich fand es dann doch unheimlich praktisch, dass wir einen hatten, weil mir mein Kind einfach zu schwer zum Tragen wurde. Ich hätte niemals auf ihn verzichten wollen. Allgemein haben wir aber versucht, alles so minimalistisch wie möglich zu halten. Und nicht zu viel im Vorfeld zu kaufen, sondern abzuwarten – und dann nur das anzuschaffen, was wir wirklich benötigen. Etwas gar nicht erst zu kaufen, ist der einfachste Weg, Müll zu reduzieren. Refuse, reduce, reuse – das sind die Grundprinzipien von Zero Waste. Im Vergleich zu vielen Menschen, die Kinder erwarten, haben wir also nur sehr wenig neu gekauft. 

SPIEGEL: Keine Umstandsmode? 

Witt: Ich habe mir ein paar Sachen von meiner Nachbarin geliehen und ihr diese nach der Schwangerschaft zurückgegeben.

SPIEGEL: Kein Babybett? 

Witt: Wir haben ein niedriges Bett und haben einfach eine Matratze neben unser Bett gelegt. Dort schläft unser Sohn, seit er nicht mehr in unserem Bett schläft. Das funktioniert gut. Und streng genommen bräuchte so ein Baby noch nicht einmal eine richtige Matratze, weil ihre Körper noch beweglich genug sind, um überall zu schlafen.

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