Er hatte mich vorgewarnt. "Sie werden das Dorf nicht finden", hatte Anatolij Projdakow gesagt. "Ich komme Ihnen entgegen." Und so saß er an diesem Morgen wartend in seinem kleinen Niwa-Geländewagen gleich hinter der Brücke über die Wolga, dort, wo die Straße wenige hundert Meter weiter nach Rschew hineinführt. Rund 200 Kilometer westlich von Moskau.

Was gleich aus zwei Gründen bewundernswürdig war: Es war Projdakows Geburtstag. Und: In diesem Jahr, 2010, wurde er 80.

Seine Warnung war völlig berechtigt. Wir fuhren von der Fernstraße ab und durch die Dörfer nach Norden, nirgendwo gab es Wegweiser, und bald schon hörte der Asphalt auf. Es war neblig, Wiesen und abgeerntete Felder waren in schmutziges Braun getaucht, nach Osten hin fielen sie zur Wolga ab.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der Ausgabe 2/2019.
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