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Hausmitteilung 14. Dezember 2009 Titel

aus DER SPIEGEL 51/2009

In der deutschen Nachkriegsgeschichte findet der raketenhafte Aufstieg Karl-Theodor zu Guttenbergs, 38, kaum ein Beispiel. Kurz erst war der smarte Freiherr aus Oberfranken Bundeswirtschaftsminister, da überholte er Kanzlerin Angela Merkel, 55, im Sommer auf der Skala der beliebtesten Politiker. Trotz Schloss, Forst, Pferd und Hund hatte sich der Adlige als volksnah inszeniert, bald war vom »Popstar der Marktplätze« und vom »Baron der Herzen« die Rede. Der Mythos vom aufrechten, unbeugsamen Politiker war geboren, als Guttenberg im Zuge des geplanten Verkaufs von Opel an Magna seinen Rücktritt anbot. Für Titelautor Dirk Kurbjuweit, 47, aber war dies der Augenblick, »in dem sich sein Ruf vom tatsächlichen Handeln löste« - in Wahrheit hatte Guttenberg klein beigegeben. Die öffentliche Entzauberung des CSU-Manns begann nach der Bundestagswahl. Als Verteidigungsminister unterliefen ihm in der Folge eines verheerenden Luftangriffs in der Nähe des afghanischen Kunduz, bei dem viele Zivilisten starben, schwere Fehler. Für Kurbjuweit zeigt der Fall exemplarisch, »dass es in der Politik nicht möglich ist, eine Lichtgestalt zu bleiben«. Was in Kunduz tatsächlich passierte, recherchierten Ulrike Demmer, 36, Matthias Gebauer, 35, und John Goetz, 47. SPIEGEL-Reporterin Susanne Koelbl, 44, sprach vor Ort mit Afghanen, die nach dem Bombenabwurf auf zwei Tanklaster den Tod von Angehörigen zu beklagen hatten (Seite 18).

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