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Hausmitteilung 19. Januar 2004 Flierl

aus DER SPIEGEL 4/2004

Kultursenator Thomas Flierl, 46, ist der einzige Ostdeutsche im rot-roten Senat von Berlin. Schon zwei Jahre hält sich der PDS-Mann im Amt, länger als mancher Vorgänger. Dabei sorgt der Versuch des früheren SED-Mitglieds, nun die neuen Verhältnisse mitzugestalten und gleichzeitig ein wenig zu bekämpfen, immer wieder für Aufregung in der Hauptstadt. Etwa wenn er die Kritik der streikenden Studenten teilt (auch wenn sie ihn mit Sahnetorte bewerfen) und gleichzeitig den Universitäten massive Mittelkürzungen verordnet. »Er agiert stets ambivalent«, sagt Stefan Berg, 39, der den Politiker schon seit dessen Zeit als Kulturamtsleiter vom Prenzlauer Berg her kennt. »Offenkundig kommt Flierl nach seinem Vater Bruno, auch der war ein Meister des Sowohl-als-auch.« Der Nestor der DDR-Architekturkritik hatte vergangene Woche Mühe, zu seinem Sohn ins Abgeordnetenhaus zu gelangen - das Parlament war wegen der Studentenproteste weiträumig abgesperrt. SPIEGEL-Redakteur Berg lotste ihn schließlich mit seinem Presseausweis für einen Fototermin durch: »Ich glaube, die demonstrieren hier gegen meinen Sohn«, sagte Vater Flierl - amüsiert, und auch ein wenig stolz (Seite 52).

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