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Hausmitteilung 19. Januar 2004 Titel

aus DER SPIEGEL 4/2004

Weltweit haben knapp 14 Millionen Menschen die Ausstellung »Körperwelten« besucht, Gunther von Hagens' bizarre Leichenpräsentation. Aber auch die Zahl jener Kritiker ist nicht klein, die moralische und ethische Einwände gegen das Spektakel haben. Vor allem stellt sich eine Frage: Wo hat der Mann eigentlich die Exponate her? Sven Röbel, 31, und Andreas Wassermann, 41, haben sich auf Spurensuche begeben und sind nach monatelangen Recherchen auf ein weltumspannendes Unternehmen gestoßen, das in nahezu industriellem Maßstab tote Menschen und einzelne Teile derselben verwertet. Dokumente, Fotos und Kontoauszüge belegen den umfangreichen Handel mit Leichen und offenbaren ein schauriges Geheimnis: In der chinesischen Werkstatt des Gunther von Hagens, nicht weit von mehreren Straflagern entfernt, wurden offenkundig auch die Körper Hingerichteter präpariert. Vergangenen Donnerstag konfrontierten die SPIEGEL-Redakteure Hagens mit ihren Erkenntnissen in Frankfurt, wo die »Körperwelten«-Show gerade geöffnet hat: »Der Mann lebt in einer eigenen Welt«, so Röbel, »darin definiert allein er, was Moral, Ethik und Recht sind« (Seite 36).

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