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Hausmitteilung 21. Mai 2012 Pfingsten / Fußball-EM / Flüchtlinge

aus DER SPIEGEL 21/2012

Die nächste SPIEGEL-Ausgabe wird wegen der Pfingstfeiertage am Samstag, dem 26. Mai, verkauft und den Abonnenten zugestellt.

Unterschiedlicher könnten die beiden Nachbarländer, die ab 8. Juni gemeinsam die Fußball-Europameisterschaft ausrichten, kaum sein: Polen, der prosperierende Musterknabe der EU, und die Ukraine, die nicht nur wegen der Behandlung der inhaftierten früheren Ministerpräsidentin Julija Timoschenko in der Kritik steht. Die Redakteure Erich Follath, 63, der Polen seit den Zeiten der Solidarność kennt, und Jan Puhl, 44, der in Warschau studierte, reisten kreuz und quer durch das Land. Sie sprachen mit Politikern, sie interviewten Kirchenleute, Künstler und Unternehmer. »Nirgendwo«, so Follath, »trafen wir auf Vorbehalte gegenüber Deutschen.« Das Grau der Betonbauten aus kommunistischer Zeit schwindet zusehends - anders als in der Ukraine, wo Redakteur Walter Mayr, 52, vor den Spielen der deutschen Mannschaft recherchierte. Er quälte sich mit hartgesottenen Fußballfans von Karpaty Lemberg im Nachtzug nach Charkow und wurde Nutznießer ihrer rauen Sitten: Als ein Betrunkener den SPIEGEL-Mann in der Nacht in Kiew tätlich angriff, schlugen die Ultras den Störenfried kurzerhand in die Flucht (zum Artikel ).

Jede Nacht findet das Drama aufs Neue statt: Dutzende Flüchtlinge aus Asien und Afrika wagen sich in überladenen Booten von der Türkei aus auf den Grenzfluss Evros, um illegal nach Griechenland überzusetzen; viele sind dabei schon ertrunken. SPIEGEL-Redakteur Andreas Ulrich, 49, traf auf griechischer Seite durchnässte Männer aus Bangladesch, die gerade angelandet waren. Drei Tage lang begleitete er sie weiter bis nach Athen - und erfuhr, wie erbarmungslos Schleuser mit den Migranten umgehen. Die Banden verlangen bis zu 10 000 Euro für den Trip nach Europa, manche der Flüchtlinge werden als Drogenkuriere missbraucht. »Es ist ein Elend«, sagt Ulrich, »die meisten vegetieren danach in Griechenland dahin, aber vielen gelingt auch die Weiterreise nach Deutschland« (zum Artikel ).

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