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Hausmitteilung 26. Mai 2007 Callcenter

aus DER SPIEGEL 22/2007

Sie werden honoriert mit 1000 Euro brutto, inbegriffen jede Menge Stress: die Mitarbeiter von Callcentern, die nervensägend ("Herzlichen Glückwunsch! Sie haben gewonnen!") Verkaufsgespräche anbahnen oder sich als Personal zum Beispiel von Versandhäusern ausgeben. Wie die kalte Marketing-Maschinerie sie auch selbst malträtiert, recherchierte SPIEGEL-Reporter Bruno Schrep, 61. Die Magdeburger Firma Walter Services ließ ihn hinter die Kulissen schauen, sie ist einer der Branchenführer und, laut Manager Jörg Hendschke, »der unsichtbare Dritte« - jene Instanz, die zwischen Verbrauchern und Unternehmen vermittelt, die ihre Auftraggeber aber zugleich rigoros vor erbosten Kunden abschottet. Der Aggressionspegel ist bei Anrufern wie Angerufenen oft reichlich hoch. So rastete ein Callcenter-Mann, offenbar unter hohem Leistungsdruck, regelrecht aus, weil er in einem Hamburger Steuerberaterbüro nicht mit dem Chef verbunden wurde: »Wenn du Sau mich nicht sofort durchstellst, sorge ich dafür, dass du gefeuert wirst und in der Gosse landest!« (Seite 90).

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