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Hausmitteilung 30. Oktober 2000 Djindjic

aus DER SPIEGEL 44/2000

Im Kampf gegen das Milosevic-Regime in Jugoslawien steht Oppositionspolitiker Zoran Djindjic in erster Reihe. Für den neuen Präsidenten Vojislav Kostunica hatte er den Wahlkampf organisiert, jetzt reist er durch den Westen und wirbt um Finanz- und Wirtschaftshilfe für sein ruiniertes Land. Der erste Besuch führte Djindjic nach Deutschland, wo er in den siebziger Jahren bei Habermas Philosophie studiert hatte. SPIEGEL-Redakteurin Carolin Emcke, 33, ebenfalls Habermas-Studentin, begegnete dem jugoslawischen Politiker am Main und überbrachte ihm Grüße von einem gemeinsamen Bekannten - von Djindjics Doktorvater Albrecht Wellmer. Vergangene Woche trafen die drei dann in Berlin zusammen und stritten über die Ursachen und Folgen des Kosovo-Kriegs: »Djindjic ist inzwischen der Meinung, dass die Vertreibung der Kosovo-Albaner erst mit der Nato-Bombardierung begonnen habe«, sagt Emcke, die während des Kriegs mehrmals vom Balkan berichtet hatte. »Nicht nur ich habe aber in den Lagern viele Flüchtlinge interviewt, die schon Monate vorher ihre Heimat verlassen mussten« (Seite 214).

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