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Hausmitteilung 6. Januar 2003 Titel

aus DER SPIEGEL 2/2003

Um die Geschichte des Bombenkriegs von 1942 bis 1945, der das Gesicht aller deutschen Großstädte für immer prägte, hat die Öffentlichkeit mehr als ein halbes Jahrhundert lang scheu einen Bogen gemacht: Erst forderte die Dynamik des Wiederaufbaus die Verdrängung all dessen, was unter den Trümmern begraben wurde, dann wies das Bewusstsein der eigenen Schuld die Beschäftigung mit dem eigenen Schmerz zurück - der Gedenkkult blieb Sache von Rechten und Revanchisten. Erst seit ein paar Jahren kehrt, wie die Erinnerung an Flucht und Vertreibung nach 1945, die Erinnerung an die Feuerstürme, die in den Jahren davor deutsche Stadtzentren verschlangen, ins öffentliche Bewusstsein zurück. Die Bombardements von Lübeck und Köln 1942 waren für die Alliierten die Testläufe gewesen, die Großoffensiven gegen Hamburg und Berlin im Sommer 1943 bedeuteten die Wende im Luftkrieg, den Beginn des Untergangs. Mit der Titelgeschichte dieser Woche beginnt eine SPIEGEL-Serie, die nachzeichnet, was vor 60 Jahren in Hamburg mit der »Operation Gomorrha« begann und Anfang 1945 mit dem Inferno von Dresden (Titelbild) endete - es geht dabei nicht um die Aufrechnung von Schuld, wohl aber um die Frage der moralischen Legitimität dessen, was die Alliierten selbst »moral bombing« nannten: Konnte Hitler, wie Gandhi gesagt hat, nur mit Hitlers Mitteln besiegt werden? (Seite 38)

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