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AUSLANDSEINSATZ Ab nach Darfur

aus DER SPIEGEL 30/2005

Eine massive Intervention der Nato soll nach dem Willen der USA Gewalt und Vertreibung in der westsudanesischen Provinz Darfur beenden. Die Bundesregierung ist über den amerikanischen Vorstoß irritiert - zum Einsatz sollen nämlich nur Truppen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern kommen. Die eigenen Streitkräfte wollen die Amerikaner heraushalten. Washington macht Druck, weil der Aufbau einer Friedenstruppe der Afrikanischen Union nicht vorankommt. Als Hintergrund des amerikanischen Drängens wird in Berlin allerdings weniger die Not der Vertreibungsopfer vermutet, sondern mehr das Interesse an ungestörter Erschließung sudanesischer Ölquellen. Vorerst will die Nato in Darfur nur eine »Übung« veranstalten, um Offizieren aus afrikanischen Ländern zu zeigen, wie eine internationale Operation geführt werden müsste. Wehrexperten aller Bundestagsfraktionen gaben Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) vergangenen Mittwoch freie Hand dazu, zwei deutsche Stabsoffiziere nach Darfur zu schicken.

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