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Abfallboom-Ost

aus DER SPIEGEL 29/1989

Die DDR hält trotz wachsenden Bürgerprotestes am Ausbau der umstrittenen Giftmülldeponie Schönberg fest. »Solange Abfall anfällt«, befand DDR-Umweltminister Hans Reichelt, »muß er auch behandelt werden.« Mit Millioneninvestitionen wird das 150 Hektar große Müllareal nahe der Lübecker Grenze derzeit auf Expansion getrimmt. Für Müllberge, die sich bislang auf 55 Hektar des Geländes erstrecken, sollen künftig weitere zehn Hektar zur Verfügung stehen und jährlich bis zu einer Million Tonnen Abfall vor allem westdeutscher Herkunft aufnehmen. Die Proteste von bundesdeutscher Seite gegen den Abfallboom machen den DDR-Behörden aber zur Zeit weniger zu schaffen als der hausgemachte Widerstand, so vom kirchlichen »grünen Netzwerk arche«. Besorgte Umweltschützer aus DDR-offiziellen Organisationen sollen jetzt vor Ort eines Besseren belehrt werden. Und um die anderen, so der Leiter der Deponie, Rudolf Kenner, »kümmern sich die staatlichen Organe«.

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