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Abfuhr für Schmidt

aus DER SPIEGEL 33/1981

Eine diplomatische Schlappe hat Bundeskanzler Helmut Schmidt einstecken müssen: Der mexikanische Präsident Jose Lopez Portillo hat den französischen Staatspräsidenten Francois Mitterrand für den 20./21. Oktober zu einem Staatsbesuch nach Mexiko eingeladen -- unmittelbar vor dem am 22. Oktober beginnenden Nord-Süd-Gipfel in Cancun. Schmidt, der ebenso wie Mitterrand zu dem Treffen der 22 Staats- und Regierungschefs aus Industrie- und Entwicklungsländern in den mexikanischen Badeort reisen wird, hatte sich hingegen vergeblich um einen offiziellen Besuch bei Lopez Portillo vor Beginn des Treffens bemüht. Aus »organisatorischen und protokollarischen Gründen«, so die Mexikaner kühl auf Anfrage des Kanzleramtes, seien solche bilateralen Besuche vor dem Gipfel nicht möglich. Der Grund für den Sinneswandel der Mexikaner: Seit dem Wahlsieg Mitterrands ist Frankreich für den mittelamerikanischen Staat auf den ersten Platz seiner internationalen Prioritätenliste gerückt. »Die Sympathiewelle, die dem sozialistischen Frankreich entgegenschlägt«, telegraphierte vergangene Woche die deutsche Botschaft aus Mexiko nach Bonn, »ist, wie uns Mexikaner sagen, nur vergleichbar mit der Sympathie für die Bundesregierung Willy Brandts.«

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