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Briefe

Abgelaufenes Verfallsdatum
aus DER SPIEGEL 31/1994

Abgelaufenes Verfallsdatum

(Nr. 29/1994, Nationalelf: SPIEGEL-Gespräch mit Bundestrainer Berti Vogts über seine Lehren aus der Fußball-WM)

Hilfe - mein Weltbild stimmt nicht mehr! Bisher hat der Chef der Truppe (vulgo Bertis Buben) nur tumb-tapsige Statements der Art »Unheimliche Breite der Spitze ist sicherlich dichter geworden« abgesondert, und nun das! Was ist bloß geschehen, um Himmels willen? Auf einmal sinnvolle Sätze. Pointierte Aussagen. Fast intellektuelle Apercus. *UNTERSCHRIFT: Frankfurt am Main D. F. MARKERT

Spätestens in den USA ist das Verfallsdatum von Berti Vogts abgelaufen. Aus dem als Terrier und Wadenbeißer gefürchteten Spieler ist als Trainer ein zahnloser Kläffer geworden. Dafür, daß er nicht das Charisma des Kaisers hat, kann Berti nichts; daß er die Fehler für die »Trauerspiele« bei anderen sucht, sehr wohl. *UNTERSCHRIFT: Oldenburg KLAUS SCHATTNER

Berti Vogts tut mir leid. Berti, dieser treudeutsche Spießbürger, wurde von »unseren Jungs« schmählich im Stich gelassen, Berti das »Opfer«. Trotzdem, Berti auf dem Roß Rosinante als Don Quichotte gegen den Rest der (Fußball-)Welt. Und gemein, diese SPIEGEL-Leute. Fast in jeder Frage lassen sie »Superberti« auflaufen, und prompt - wer hätte das gedacht - fällt er darauf herein. *UNTERSCHRIFT: Stockach (Bad.-Württ.) KARL HÜGLE

Jeder deutsche Manager wäre mit Bertis Jetzt-erst-recht-Einstellung schneller arbeitslos, als Stoitschkow Freistöße verwandelt. *UNTERSCHRIFT: Goslar (Nieders.) EIKE HUGO

Wie will ein solcher Trainer die unter »Artenschutz« stehenden und als »Wohlstandsjünglinge« abgefertigten Spieler überhaupt noch nach seinem Rundumschlag für einen Einsatz in der Landesauswahl gewinnen? *UNTERSCHRIFT: Rudolstadt (Thür.) HERBERT FRITSCH

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