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Briefe

ABSCHIED VOM NWDR
aus DER SPIEGEL 12/1954

ABSCHIED VOM NWDR

(Nr. 5/1954)

Im SPIEGEL vom 27. Januar 1954 erschien ein Artikel »Abschied vom NWDR« von Dr. Gerhard Eckert, in welchem unter anderem behauptet wurde, »daß die Mitglieder der verschiedenen Aufsichtsgremien der Rundfunkanstalten im Jahr runde 8 Millionen Mark an Diäten und sonstigen Aufwendungen schlucken«, eine Behauptung, die der Autor offenbar ohne Prüfung aus der »Deutschen Zeitung« in Stuttgart übernommen hat... Schon eine oberflächliche Prüfung hätte Herrn Dr. Eckert ... zeigen müssen, daß die Zahl falsch ist. 8 Millionen Mark kosten noch nicht einmal (beispielsweise) sämtliche Wortsendungen des Bayerischen Rundfunks zusammengenommen pro Jahr, also Nachrichten, Politik, Kultur, Hörspiel, Unterhaltung einschließlich nicht nur aller Gehälter und Honorare, sondern auch der Kosten für Übertragungsleitungen, Reisespesen, Kraftfahrzeuge usw. Es ist unerfindlich, wie jemand, der für sich in Anspruch nimmt, Fachmann zu sein, behaupten kann, die Aufsichtsgremien der deutschen Rundfunkanstalten würden auch nur eine vergleichbare Summe in Anspruch nehmen. Tatsächlich betragen die Gesamtausgaben für die Aufsichtsgremien aller deutschen Rundfunkanstalten einschließlich der Aufsichtsratssteuer und der Bürokosten 797 640 Mark, die sich auf die einzelnen Anstalten wie folgt verteilen:

* Bayerischer Rundfunk 147 300 DM

* Hessischer Rundfunk 101 000 DM

* NWDR 234 000 DM

* Radio Bremen 18 000 DM

* Süddeutscher Rundfunk 151 340 DM

* Südwestfunk 146 000 DM

Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland Mit der Geschäftsführung beauftragt: Bayerischer Rundfunk

München

Rudolf von Scholtz Intendant

Dr. Eckert zitierte aus dem am 9. Januar 1954 in der »Deutschen Zeitung« erschienenen Aufsatz »Worüber der Rundfunk sich ausschweigt« von Dr. Helmut Cron. Dr. Cron war mehrere Jahre (bis Mitte 1953) Mitglied des Rundfunkrats des Süddeutschen Rundfunks. - Red.

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