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Briefe

Absolute Wehrlosigkeit
aus DER SPIEGEL 29/1993

Absolute Wehrlosigkeit

(Nr. 27/1993, Tiere: Menschenrechte für Schimpansen?)

Es würde keineswegs ausreichen, daß Orang-Utans, Schimpansen und Gorillas lediglich so behandelt werden wie die in ihrer Umgebung lebenden Menschen. Erforderlich wäre vielmehr aufgrund ihrer finalen Gefährdung und ihrer absoluten Wehrlosigkeit ein sehr viel umfassenderer Schutz - eine Art »Super-Menschenrecht« -, der gegebenenfalls auch unter Einsatz von bewaffneten Verbänden gewaltsam durchzusetzen ist. *UNTERSCHRIFT: Bell Island (Kanada) DR. JOCHEN KUBITSCHEK

Peter Singer - und mit ihm der gesamten Tierbefreiungsbewegung - Behindertenfeindlichkeit zu unterstellen kann nur als Mißverständnis interpretiert werden. Eine seriöse Auseinandersetzung mit Singers Denkmodell führte keineswegs dazu, Tieren Menschenrechte zuzubilligen (was soll ein Affe mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung anfangen?); sie bewirkte vielmehr die Anerkennung der originären Rechte unserer Mitgeschöpfe, wozu vor allem das Recht auf körperliche Unversehrtheit und artgerechten Lebensvollzug zählt. Letztlich käme die Wahrung dieser Rechte auch dem Menschen zugute, denn Tierschutz ist Menschenschutz - in vielerlei Hinsicht. *UNTERSCHRIFT: Wien DR. REGINA BINDER

Man muß nicht in allen Punkten mit Singers Argumentation konform gehen, um die Legitimität der Zuerkennung von Rechten gegenüber nichtmenschlichen Lebewesen zu behaupten. Andererseits: Wer aus einer obsolet gewordenen anthropozentrischen Sicht heute immer noch nicht bereit ist, die Artgrenze als für ethische Prinzipien irrelevant zu begreifen, muß auf rassismusanaloge Argumentationsmuster zurückgreifen. *UNTERSCHRIFT: Dortmund BIRGIT MÜTHERICH FRANK GREGER Initiative für Menschen- und Tierrechte

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