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Hausmitteilung Ägypten / Titel / SPIEGEL WISSEN

aus DER SPIEGEL 34/2013
Reuter am vergangenen Freitag in Kairo

Reuter am vergangenen Freitag in Kairo

Foto: SCOTT NELSON / Der Spiegel

Nur 200 Meter von der Frontlinie zwischen Polizei und Demonstranten entfernt stand SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter, als er sich am vergangenen Freitag per Handy aus Kairo meldete. Nach wenigen Minuten hörte Reuter Gewehrsalven. Er brach das Gespräch ab, weil er sich in Sicherheit bringen musste. Er sei gegen Mursi und gegen das Militär, hatte ihm zuvor ein junger Demonstrant zugerufen: »Es geht um die Freiheit Ägyptens.« Gemeinsam mit den SPIEGEL-Redakteuren Juliane von Mittelstaedt, Erich Follath, Dieter Bednarz und Daniel Steinvorth beschreibt Reuter das Dilemma, vor das sich die Demokratien des Westens durch die Krise in Ägypten gestellt sehen. Einerseits sind sie für freie Wahlen, andererseits befürworten sie stabile politische Verhältnisse, vor allem in den Ländern des Nahen Ostens. Wohin Ägypten steuert, weiß zurzeit niemand. »Dieses Land ist so verrückt«, sagt Reuter, »alles Mögliche kann passieren« (zum Artikel ).

Vor zwölf Jahren beobachteten die SPIEGEL-Redakteure Dietmar Hawranek und Dirk Kurbjuweit den Versuch des damaligen DaimlerChrysler-Chefs Jürgen Schrempp, den Stuttgarter Autobauer in eine Welt AG zu verwandeln. Die Marken in den USA (Chrysler), Japan (Mitsubishi) und Deutschland (Mercedes-Benz) kooperierten nicht, der Chef versuchte, das Reich mit Zielgrößen und Zahlen zu führen - und scheiterte. Nun begleiteten die beiden SPIEGEL-Leute VW-Chef Martin Winterkorn, der VW zur Nummer eins der Autoindustrie machen will. Die zwölf Marken, von Volkswagen bis Lamborghini, arbeiten eng zusammen, der Chef kümmert sich um jede Fabrik, um jedes Modell, selbst um die Sitzhebel im neuen Passat. Hawranek und Kurbjuweit kommen zu dem Schluss, dass die Chancen für dieses Projekt größer sind als damals bei Daimler. Aber die Risiken sind nicht geringer. Winterkorn selbst warnt seine Führungskräfte: »Es wäre ein großer Fehler, jetzt draußen rumzulaufen und dicke Backen zu machen« (zum Artikel ).

Gleich zwei neue Hefte aus der SPIEGEL-Familie kommen an diesem Dienstag an den Kiosk. SPIEGEL WISSEN beschreibt Chancen und Grenzen der Selbstoptimierung: das »Projekt Ich«. Und »Dein SPIEGEL«, das Nachrichten-Magazin für Kinder, trägt zusammen, was sie zur Bundestagswahl im September wissen sollten. In einem Gespräch stellt sich Peer Steinbrück den Fragen von Tony, 12, und Marina, 10. Zur Bundestagswahl 2009 war »Dein SPIEGEL« zum ersten Mal erschienen, es war ein Experiment: Lassen sich aktuelle Politik, Wirtschaft und Wissenschaft kindgerecht erklären? Und: Werden sich Kinder überhaupt dafür interessieren? Der Versuch ist geglückt. »Dein SPIEGEL« erreicht jeden Monat etwa 200 000 Kinder zwischen 8 und 13 Jahren.

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