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Ärger um Bücherliste

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aus DER SPIEGEL 24/1985

Der innerdeutsche Minister Heinrich Windelen (CDU) hat Ärger mit einer Bücherliste. Windelens Ministerium bietet Schulen ein Bücherpaket zur »Behandlung der deutschen Frage im Unterricht« an. Das 1985 neu zusammengestellte Angebot - 86 Titel zum Preis von 80 Mark -, das nur geschlossen bestellt werden kann, scheint Experten, zum Beispiel in der Frage der polnischen Westgrenze, »von nicht zu überbietender Einseitigkeit«. Aufgenommen wurden auch Texte aus dem vom Gesamtdeutschen Institut herausgegebenen Kalender, gegen dessen einseitige DDR-Sicht Nordrhein-Westfalen bereits vor zwei Jahren protestiert hatte. Jetzt hat der Düsseldorfer SPD-Kultusminister Hans Schwier Bedenken gegen die Buchauswahl. »Als dominante Rechtsposition« erschienen darin allein Beiträge des Völkerrechtlers Dieter Blumenwitz, auf den sich die Vertriebenenpolitiker Herbert Czaja und Herbert Hupka berufen. Liberale Staatsrechtler hingegen, rügt Schwier, kommen in Windelens Liste nicht vor; damit falle sie hinter die Politik von Kanzler Kohl zurück. Schwier: »Ich halte es nicht für richtig, daß die deutschlandpolitische Bildungsarbeit ... im Hinblick auf Vertriebenenverbände eine Tendenz konserviert, die im Gegensatz zur faktischen Deutschlandpolitik steht.«

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