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Hausmitteilung Afghanistan, Olaf Scholz, Heimatsommer

aus DER SPIEGEL 35/2021

Afghanistan

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DER SPIEGEL

Die Taliban haben Afghanistan im Eiltempo überrannt. Doch nun müssen sie feststellen, dass es leichter ist, ein Land zu erobern, als es zu regieren. Aus verschiedenen Landesteilen berichteten Gesprächspartner SPIEGEL-Korrespondent Christoph Reuter davon, wie die Taliban mühsam um Kontrolle ringen – und auch ihre Widersacher machen sich bereit: Terroristen von IS und al-Qaida sowie die Widerstandskämpfer im Pandschir-Tal.

Reuter reiste Mitte der Woche selbst nach Afghanistan, musste den Flughafen Kabul jedoch nach 15 Stunden gegen seinen Willen wieder verlassen. Unter Beteiligung deutscher Diplomaten wurde er vom US-Militär abgeschoben, flog in einer riesigen C17-Frachtmaschine mit 450 Afghanen nach Doha. Wenige Stunden später erschütterte ein schwerer Anschlag der Terrormiliz IS Kabul. Ein Team um Redakteur Christoph Hickmann rekonstruierte den verzweifelten Versuch der Bundesregierung, Deutsche und Ortskräfte aus Afghanistan herauszuholen. René Pfister beschreibt, wie die Krise zum Wendepunkt in der Präsidentschaft von US-Präsident Joe Biden wird. Und Maximilian Popp und Christoph Scheuermann sprachen mit dem Medienunternehmer Saad Mohseni, der an den Westen appelliert: Lasst Afghanistan jetzt nicht im Stich.

Foto: Xander Heinl / photothek.de / imago images

Der SPD-Kanzlerkandidat, der in diesen Tagen einen erstaunlichen Aufschwung erlebt, wirkt stets kühl und beherrscht. Einen anderen Olaf Scholz erlebte Redakteur Christian Teevs bei einer Tour durch Hamburg. Scholz, der in der Stadt aufgewachsen ist und sie sieben Jahre lang regierte, blühte regelrecht auf, sprach von Heimatgefühlen und erzählte, was er heute aus seiner Hamburger Zeit zieht. Dirk Kurbjuweit wiederum traf Scholz mehrmals, unter anderem in Venedig. Zusammen mit einem SPIEGEL-Team beschreiben die beiden den Menschen hinter dem »Scholzomaten« und die Wiederbelebung der SPD. »Die Partei ist in diesen Tagen nicht wiederzuerkennen«, sagt Teevs. »Nach dem Absturz der vergangenen Jahre feiern die Genossen jede Umfrage wie einen Wahlsieg.« Der Kandidat wird bereits wie ein Held verehrt: Den Staffelstab mit der Aufschrift »Läuft für Olaf!«, den Scholz auf dem Foto auf Seite 12 hält, trugen SPD-Fans im August 61 Kilometer weit durch dessen Wahlkreis 61 in Brandenburg.

Foto: Simon Koy / DER SPIEGEL

Jeden Samstag fährt ein Bus von Sindelfingen bei Stuttgart nach Mirabella auf Sizilien. Als Barbara Hardinghaus davon hörte, hatte sie gleich mehrere Fragen: Warum gerade Mirabella? Wer fährt da mit? Und warum nehmen sie den Bus? Sie selbst hat Schwiegereltern auf Sizilien und nimmt gewöhnlich das Flugzeug. Also stieg sie zusammen mit dem Fotografen Simon Koy zu und traf auf Mirabellesi, die einst als Gastarbeiter in den Stuttgarter Raum gekommen waren und jedes Jahr im Sommer mit ihren Kindern und Enkeln zurück in die alte Heimat fahren. 30 Stunden dauerte die Fahrt, so lange hatte Hardinghaus im Bus Zeit, mit ihnen zu reden. Nach der Ankunft besuchte sie die Reisenden in ihren Häusern in Mirabella, um mehr über ihr Leben zu erfahren und auch über ihre Zerrissenheit, nach all den Jahren nicht mehr wirklich zu wissen, wohin sie gehören. »In Deutschland sind sie Ausländer und in Italien ›die Deutschen‹«, sagt Hardinghaus.

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