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Hausmitteilung Afghanistan, Wagenknecht, Debatte, SPIEGEL Start

aus DER SPIEGEL 40/2021
Foto: Juan Carlos / DER SPIEGEL

Afghanistan

Ein kurzer Beitrag auf Facebook sorgte dafür, dass sich das SPIEGEL-Team in Kabul auf den Weg machte nach Daikundi, einer der schwer zugänglichen Gebirgsprovinzen Afghanistans. Bauern von der Minderheit der Hazara würden dort von den Taliban vertrieben, hieß es. Allein bis in die Provinzhauptstadt Daikundis brauchten SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter, SPIEGEL-Mitarbeiter Thore Schröder, Fotograf Juan Carlos und ihre Helfer zwei Tage. Der erste Wagen musste nach einem Defekt in den Bergen zurückgelassen werden, beim zweiten brach ein Stoßdämpfer. Endlich angekommen, sah Reuter inmitten von kargen Bergen grünes Land, das von den Bewohnern des Dorfes über Jahrzehnte urbar gemacht worden war und das die Taliban nun für sich beanspruchten. »Die neue Milde der Taliban mag für Kabul und die großen Städte gelten«, urteilt Reuter, »in den entlegenen Regionen sieht es anders aus.«

Sahra Wagenknecht ist die prominenteste Politikerin der Linken, aber in ihrer Partei war sie zuletzt weitgehend isoliert. SPIEGEL-Reporter Marc Hujer begleitete sie am Wahlabend bei mehreren Fernsehauftritten und ging danach, als die Berliner Runde begann, mit ihr zum Abendessen. »Den Abend abseits aller Parteiveranstaltungen kann man auch als Machtdemonstration verstehen«, sagt Hujer. »Wagenknecht kommt offenbar ohne die Linke aus. Aber kommt die Linke ohne Sahra Wagenknecht aus?«

Debatte

Im Zweifel links. Das war die Standardantwort, wenn SPIEGEL-Gründer Rudolf Augstein nach der Ausrichtung seines Magazins gefragt wurde. Ein schöner Satz, weil er ein Zögern in sich trägt: Wir müssen uns irgendwann entscheiden, auch wenn wir uns irren können. Einerseits hilft es Lesern und Journalisten, wenn ein Magazin sich politisch verortet. Andererseits ist Wahrheitsfindung nur im gegenseitigen Widerspruch möglich. In dieser Ausgabe führt DER SPIEGEL einen neuen Heftteil ein. Er heißt »Debatte« und organisiert sich in einer Runde von Redakteuren und Redakteurinnen unterschiedlichster Weltanschauungen, autark und nur der Idee verpflichtet, neuen Gedanken und Blicken eine Bühne zu geben, mit Texten von Gastautoren und Autoren des Hauses, die im Idealfall nicht nur die Gewissheiten der Leser, sondern auch die eigenen Voreingenommenheiten erschüttern.

Den Anfang macht ein Text des Autors Jonathan Rauch über die Zerstörung der Wahrheit, er ist so etwas wie der lange Pilotfilm zu einer Serie von Texten. »Wenn alle um Sie herum mit Ihnen übereinstimmen (oder übereinzustimmen scheinen), machen Sie etwas falsch«, schreibt Rauch.

SPIEGEL START, SPIEGEL COACHING

Aus: SPIEGEL START 1/2021

Die Coronapandemie hat verändert, wie wir studieren, arbeiten, leben. SPIEGEL START blickt zurück auf drei Semester Dauershutdown – und voraus auf die Zeit nach Corona. Wie haben sich Hoch󠀭schulen und Studierende in der Pandemie verändert? Wo gibt es noch Jobs? Und was muss die nächste Bundesregierung für junge Menschen tun?

Antworten auf all diese Fragen gibt es im Heft.

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Drei Semester lang befanden sich Hochschulen im Shutdown, nun soll die Normalität zurückkehren. Zeit für eine Zwischenbilanz: Wie hat die Pandemie die Studierenden verändert? Und was bedeutet das für Unileben und Berufseinstieg? Diesen Fragen widmet sich die erste Ausgabe von SPIEGEL START, dem neuen SPIEGEL-Ableger rund um Studium und Berufseinstieg. Das Heft ist ab dem 2. Oktober an Universitäten und Fachhochschulen sowie online über die »Campus-Tüte« erhältlich.

Am Dienstag im Handel ist die neue Ausgabe von SPIEGEL COACHING. »So geht’s mir gut im Job« zeigt, wie man den Weg findet zu einem gelassenen und zufriedenen Arbeitsalltag.

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