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Briefe

AGENTURBERICHTE
aus DER SPIEGEL 46/1965

AGENTURBERICHTE

Daß den Werbeagenturen nur einmal im Jahr, nämlich bei Neuverteilung der Aufträge durch die Firmen, die Angst im Nacken sitzt, spricht bei dem vielen Unsinn, der in der Werbung verzapft wird, für die ungeheuerliche Chuzpe dieser Branche.

Baden-Baden BERND SCHACK

Wir haben Ihren Aufsatz mit Interesse gelesen, und wir freuen uns im Prinzip, daß nun die Werbung im redaktionellen Teil des SPIEGEL ihren festen Platz hat. Auf Ihre einzelnen Ausführungen möchten wir nicht näher eingehen, weil hier selbstverständlich mitunter entgegengesetzte Interessen vorhanden sein können, auf die Sie keine Rücksicht nehmen können. Immerhin möchten wir darauf hinweigen, daß Ihnen insoweit ein Fehler unterlaufen ist, als der Eindruck entstehen muß, der Etat zum Beispiel für o.b. werde ab 1966 in neue Hände kommen. Die Unterschrift unter den drei abgebildeten Anzeigen müßte te korrekterweise nicht heißen »Etats gekündigt«, sondern »Bei neuen Agenturen«. Der falsche Eindruck, den die Bildunterschrift gibt, wird allerdings im Text nachher aufgehoben.

Essen DIE WERBE GMBH & CO.

In dem Artikel »Angst im Nacken« ist behauptet worden, die Firma von Holzschuher & Bauer KG habe den Auftrag der Firma Dr. Carl Hahn KG für den Hygiene-Artikel »o.b.« wegen Unzufriedenheit mit den Leistungen der Agentur verloren. Dies ist nicht zutreffend. Die Beendigung des Vertrages erfolgte auf Wunsch der Firma von Holzschuher & Bauer KG. Die Trennung geschah aus internen Gründen in freundschaftlichem Einvernehmen beider Firmen.

Düsseldorf Dr. Carl Hahn KG

DR. HOFFMANN

von Holzschuher & Bauer KG

Marktberatung-Werbung

DR. BAUER, DR. ULBRICHT

In Ihrem geschätzten Blatt fand ich den Beitrag »Agenturen, Angst im Nacken«. Abgesehen davon, daß dieses Gefühl nicht agenturspezifisch ist und daß ich eine ganze Reihe von Agenturen - unter anderem meine - kenne, die dieses Gefühl aufgrund ihrer Leistungen nicht haben, könnten einige Ihrer Ausführungen zu falschen Schlüssen führen. Es war und ist stets mein Prinzip, Kunden zu Freunden zu machen - nicht umgekehrt. Davon sind ich und meine Agentur auch im Falle der Lufthansa nicht abgewichen. Wer Ihren Artikel oberflächlich liest, muß den Eindruck gewin nen, wir hätten im Lufthansa -Etat uns ausschließlich mit internationaler Vertrauenswerbung zu befassen gehabt; Tatsache ist, daß wir die Werbung für die Europadirektion in allen Bereichen der Lufthansa wie bisher weiterführen und daß nur ein Teil des Lufthansa-Etats einer anderen Agentur zufiel.

Frankfurt WILLIAM HEUMANN

Eine Agentur ist: Wer Geld machen will, macht eine auf. Und abonniert. »Life«. Und »Time«. Und »Paris Match.« Und empfindet nach. Und entwickelt. Wer laufen kann, kann auch zeichnen. Und texten. Mit viel »und«. »Und« ist dynamisch. Und kreativ. Und optimal. Mit »und« kann man verkaufen: die Idee. Und die Botschaft. Und das Anliegen. Den größten Schwachsinn, den es je gab. Das nennt man Betreuung. Oder full service. Für 15 Prozent. Vom Etat. Und von den Sonderleistungen. Und den Eigenleistungen. Und den Fremdleistungen. Manchmal klappt's. Manchmal nicht. Dann wird der Kunde böse. Und wundert sich. Und fragt sich. Warum für so viel Geld so wenig rauskommt. Und macht seine Werbung selber.

Köln DR. J. HEINRICHSBAUER

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