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PALÄSTINENSER Al-Qaida erweitert Netzwerk

aus DER SPIEGEL 37/2006

Fünf Jahre nach den Anschlägen vom 11. September in den USA verfügt das Terrornetzwerk von Osama Bin Laden auch in den Autonomiegebieten über Aktivisten. Sowohl palästinensische wie israelische Geheimdienste berichten von der Gründung verschiedener Zellen, die mit al-Qaida in Verbindung stehen. »Wir haben Hinweise auf eine Qaida-Präsenz im Gaza-Streifen und im Westjordanland«, räumte Autonomiepräsident Mahmud Abbas ein. Auch der jordanische König Abdullah II., dessen Geheimdienste das Westjordanland fest im Blick haben, bestätigte die Aktivitäten solcher Terrorzellen. Und in Israel müssen sich demnächst erstmals sechs Palästinenser aus einem Flüchtlingslager bei Nablus für ihre angebliche Mitgliedschaft im Bin-Laden-Netzwerk vor Gericht verantworten.

Zu den Sympathisanten von al-Qaida zählen hauptsächlich junge Palästinenser, die Koranschulen in Pakistan, Saudi-Arabien oder im Jemen besucht haben. Angeleitet werden die Fanatiker nach ihrer Rückkehr in die Heimat von Qaida-Abgesandten aus dem Ausland. Als Einfallstor in die Palästinensergebiete dient den Bin-Laden-Gefolgsleuten der Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen. Es ist der einzige Checkpoint, den die Palästinenser in eigener Verantwortung kontrollieren. Zwar sind in Rafah auch EU-Grenzschützer stationiert, doch die haben lediglich Beobachterstatus.

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