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CSU-Politiker Alexander Dobrindt "Wer auf YouTube zum Battle gefordert wird, muss reagieren"

Alexander Dobrindt schwingt sich zum Klimaretter auf: Er fordert einen Kohleausstieg früher als 2038 - und kritisiert die CDU, die unbeholfen auf das Video des Youtubers Rezo reagierte.
aus DER SPIEGEL 23/2019
Foto: Ingo Pertramer / Der Spiegel

Dobrindt, 48, Vorsitzender der CSU-Abgeordneten im Bundestag, eilt verspätet in das Restaurant Vestibül im Wiener Burgtheater. Soeben hat er Gespräche mit der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg und mit Arnold Schwarzenegger geführt, der für seine Klimainitiative "R20 Austrian World Summit" nach Wien eingeladen hatte. Dobrindt ist mit dem Flugzeug angereist, aber, das stellt er sofort klar, er hat dafür eine Klima-Ausgleichsabgabe gezahlt. Der CSU-Mann, früher schärfster Kämpfer seiner Partei gegen grüne Ideologen, erfindet sich in den Tagen nach der Europawahlschlappe der Union und dem Triumph der Grünen neu – als Klimaretter.


SPIEGEL: Herr Dobrindt, wie alt waren Sie, als Sie in die CSU eingetreten sind?

Dobrindt: Ich bin mit 16 Jahren Mitglied bei der Jungen Union geworden. Mitte der Achtzigerjahre lag ich damit nicht wirklich im Mainstream.

SPIEGEL: Wie kam es zu diesem Schritt?

Dobrindt: Es hat mich fasziniert, wie Helmut Kohl mit dem Wechsel zur christlich-liberalen Koalition die politische Wende in Deutschland eingeleitet hat. An einen Sitz im Bundestag habe ich damals nicht gedacht. Ich wollte einfach mitgestalten an politischen Entscheidungen.

SPIEGEL: Junge Leute unter 25 fühlen heute anders: Nur zwölf Prozent haben bei der Europawahl CDU oder CSU gewählt. Ist die Union ein Klub für alte Leute?

Dobrindt: Nein. Wir sind in allen Altersgruppen ab 35 Jahren die stärkste Kraft und damit nach wie vor breit aufgestellt. Das muss uns jetzt auch wieder bei den Altersgruppen darunter gelingen. Es ist kein Naturgesetz, dass wir bei jungen Wählern von den Grünen abgehängt werden. Bei der Landtags- und bei der Bundestagswahl 2013 waren wir als CSU die mit weitem Abstand stärkste Kraft bei den Jungwählern in Bayern. Dafür müssen im Wahlkampf die Inhalte und die Kommunikation stimmen.

SPIEGEL: Sie spielen auf den Umgang der Union mit dem YouTuber Rezo an, der in seinem millionenfach angeklickten Video "die Zerstörung der CDU" betreibt?

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