Zur Ausgabe
Artikel 62 / 67

Alfred Hrdlicka

aus DER SPIEGEL 1/1985

Alfred Hrdlicka, 56 (Photo), Bildhauer aus Wien, begann in seinem neuen Atelier mit der Arbeit an einem gewichtigen Geschenk für Nicaragua. Sechs Tonnen wiegt der rund 80 000 Mark teure Block aus weißem Marmor, aus dem der marxistische Kunstprofessor mit Hammer und Meißel ein Denkmal für den nicaraguanischen Freiheitskämpfer Sandino machen will. Hrdlicka hatte der Regierung in Managua angeboten, umsonst zu arbeiten ("Das hol' ich bei ein paar Reichen schon wieder rein"), wenn sie die Materialkosten übernehme. Auf dem Fest zur Eröffnung seiner Werkstatt, dem letzten noch stehenden Pavillon der Wiener Weltausstellung im Jahre 1873, fand der kantige Künstler auch noch eine Lösung für den letzten offenen Posten des Kunstunternehmens: Bei Wodka, Wein und Blutwurst erklärte der kubanische Botschafter in Wien, seine Regierung werde für die Kosten des Transports nach Mittelamerika aufkommen.

Mehr lesen über

Zur Ausgabe
Artikel 62 / 67
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.