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TV-OSTALGIE »Alles ins Lächerliche gezogen«

Die ostdeutsche Volksmusik-Größe Achim Mentzel, 57, über verkorkste Ostalgie-Shows und sein eigenes »DDR Spezial« mit Oliver Kalkofe am 6. und 13. Oktober auf ProSieben
aus DER SPIEGEL 41/2003

SPIEGEL: Oliver Kalkofe hat Sie schon vor Jahren als Zwischending von Tony Marshall und einem überfahrenen Hamster verulkt. Ist es Hassliebe, was Sie immer wieder zu ihm treibt?

Mentzel: In »Kalkofes Mattscheibe« hat er sich früher ständig über mich mokiert, wenn ich etwa in meinen Lifeshows für den MDR mal wieder Telefonvorwahlen verwechselt habe. Dafür feiert er mich mittlerweile als »Robbie Williams des Ostens«.

SPIEGEL: An diesem und am nächsten Montag bringen Sie ein gemeinsames »DDR Spezial« auf ProSieben. Braucht es wirklich noch eine weitere Ossi-Show?

Mentzel: Unbedingt! Wir ziehen gemeinsam über die anderen Ostalgie-Sendungen her. Kalkofe springt dann zum Beispiel verkleidet als Kati Witt durchs Bild.

SPIEGEL: Was hat Ihnen an der »Ostalgie-Show« im ZDF oder der »Ultimativen Ost-Show« von Sat.1 nicht gepasst? Immerhin waren Sie dort selbst zu Gast.

Mentzel: Die haben wirklich alles ins Lächerliche gezogen und dabei nichts Nachdenkliches gebracht. Es geht aber doch um 40 Jahre DDR.

SPIEGEL: Sie selbst haben dem DDR-Fernsehen ...

Mentzel: ... meine Karriere zu verdanken, das stimmt. Die haben mich als Sänger und Moderator groß gemacht.

SPIEGEL: Heute taugt das DDR-Fernsehen allenfalls noch zum Gag, etwa die »Aktuelle Kamera« in dem Kinohit »Good Bye, Lenin«.

Mentzel: Schauen Sie sich mal die »Tagesschau« von früher an - das war fast genauso schräg.

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