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ALS TAKTIKER ERFOLGREICH, FÜR DIE STRATEGIE VERLOREN

Der britische Militärtheoretiker Captain B. H. Liddell Hart, von Königin Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben, gilt als einer der bedeutendsten militärischen Denker seit dem Preußen Carl von Clausewitz. Der Armee-Hauptmann, 1927 aus dem aktiven Dienst ausgeschieden, vertrat nach dem Ersten Weltkrieg die Theorie, den Panzer aus der Infanterie zu lösen und gepanzerte Verbände zum Hauptinstrument des modernen Krieges zu machen. In England stieß er auf Ablehnung, in Deutschland fand er gelehrige Schüler. Taktik und Gliederung der von Generaloberst Guderian in den dreißiger Jahren geschaffenen und im Weltkrieg II als Speerspitze verwandten deutschen Panzertruppe fußten auf den Gedanken Liddell Harts. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte Liddell Hart der Clausewitzschen Lehre vom Krieg als militärische Operation und als »Akt der Gewalt ohne Grenzen« den Begriff der »Höheren Strategie« entgegen, der die Kriegführung einem dauerhaften Frieden unterordnet. In dem folgenden Beitrag beurteilt Liddell Hart die Leistungen Winston Churchills im Zweiten Weltkrieg.
aus DER SPIEGEL 19/1967
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