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Am Ende

aus DER SPIEGEL 29/1970

Erich Mende, 53, Ex-FDP-Chef, ist nun auch Ex-IOS-Chef. Der rechte Freidemokrat, der für Jahreseinnahmen von zuletzt 100 000 Dollar (366 000 Mark) Vorsitzender des Verwaltungsrats der IOS in Deutschland GmbH (bis 23. Juni 1970), Mitglied des Verwaltungsrats der IOS-Limited in Toronto (bis 30. Juni 1970), Vorsitzender des Krisenmanagements der IOS Deutschland (bis 23. Juni 1970) und Repräsentant der in Deutschland vertriebenen ausländischen IOS-Fonds war, wurde am vergangenen Dienstag um 16.35 Uhr vom neuen IOS-Chef Eric Wyndham White per Fernschreiben gebeten, ganz aus der IOS auszuscheiden. Am gleichen Tag noch gab Mende, der in den letzten Wochen verschiedene Sanierungspläne für den angeschlagenen Investmentkonzern verbreitet hatte, bekannt, er habe freiwillig auf alle IOS-Ämter verzichtet. Doch wenige Stunden später bestand IOS München in Fernschreiben an Zeitungen darauf, die Genfer Konzernführung habe den Deutschen seiner Funktionen »entbunden«. Schlußsatz des FS: »Anderslautende Erklärungen von Herrn Dr. Mende entsprechen nicht den Tatsachen.« Victor-Emanuel Preusker, Geschäftsführer der neuen deutschen IOS-Dachorganisation »Orbis Finanz GmbH«, erklärte am Mittwoch, nun sei bei IOS ein Prozeß der »Selbstreinigung« und »Vereinfachung« möglich. Mende wird seine Beziehungen zum Konzern jedoch noch nicht ganz abbrechen können: Bis September muß der Freidemokrat noch 23 960 Dollar (87 694 Mark) für von ihm gezeichnete Aktien der IOS-Limited bezahlen. Mendes politischer Nachfolger Walter Scheel über den Besitzer von Aktien, die fast nur noch den Wert des Papier-Grundstoffes haben: »Eigentlich ist der Mende jetzt im Zellulose-Geschäft tätig.«

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