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ÄGYPTEN Amnestie für Islamisten

aus DER SPIEGEL 41/2003

Vorige Woche ließ die Regierung 250 Angehörige der militanten Islamistenorganisation al-Gamaa al-Islamija frei, darunter den lebensgefährlich erkrankten Chefideologen Karam Suhdi, 51. Diesen Montag sollen Hunderte weiterer radikaler Muslime amnestiert werden - obwohl auch sie für die Ermordung zahlreicher Polizisten, koptischer Christen und ausländischer Touristen verantwortlich sind. Grund ist offenbar eine veränderte Einschätzung ihres Gefahrenpotenzials seitens der Kairoer Sicherheitsorgane. Nachdem die Inhaftierten gezwungen worden waren, Namen und Pläne ihrer Gesinnungsgenossen zu verraten, konnte die unter verschiedenen Namen auftretende Terrororganisation gezielt geschwächt werden. Attentate wurden verhindert, immer mehr Rädelsführer festgenommen, und weil der Rückhalt in der Bevölkerung fehlt, begannen einflussreiche Sympathisanten mit Vertretern des verhassten laizistischen Staates und sogar mit westlichen Geheimdiensten zusammenzuarbeiten. Nach wie vor als gefährlich eingestufte Gamaa-Islamisten verbüßen ihre Haft allerdings ohne zeitliche Abstriche.

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