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Analphabeten in den USA

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aus DER SPIEGEL 2/1985

Ein Vater müht sich ab, seiner kleinen Tochter eine Geschichte vorzulesen - erfolglos, denn er ist Analphabet. Mit Fernseh-Spots wie diesem, mit Anzeigen und Rundfunk-Sendungen wollen US-Medien und Werbe-Branche jetzt einem Übel zu Leibe rücken: Etwa 27 Millionen Amerikaner sind nicht in der Lage, Alltägliches zu lesen oder zu schreiben. Im Jahre 2000, so warnen Fachleute, könnten zwei von drei US-Bürgern solch »funktionelle Analphabeten« sein. Jetzt suchen die Medienverbände nach Helfern, die sich der Analphabeten annehmen sollen - eine eher eigennützige Aktion: »Kein schlimmeres Schicksal«, so die »New York Times«, könne schließlich der Werbung widerfahren, als wenn das Volk nicht mehr lesen kann.

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