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Anders Fogh Rasmussen

aus DER SPIEGEL 16/2007

Anders Fogh Rasmussen , 54, dänischer Ministerpräsident und seit der Karikaturen-Krise international bekannt für sein Engagement für die Meinungsfreiheit, wird jetzt in puncto Toleranz auf eine harte Probe gestellt. Am 20. April hat in Kopenhagen der Film »AFR« Premiere, in dem der Landeschef als Schwuler dargestellt

wird, der von seinem männlichen Liebhaber ermordet wird. Der junge Regisseur Morten Hartz Kaplers hat den Streifen aus Originalbildern und fiktiven Spielszenen zusammengeschnitten. Der Regierungschef will gegen den Streifen nicht einschreiten: »Ich trete für eine sehr weit gefasste Form der Meinungsfreiheit ein«, lautete Rasmussens trockener Kommentar. Im Übrigen glaube er nicht, dass er Zeit finden werde, sich den Film selbst anzuschauen. Ganz anders reagierte die Chefin der rechtsgerichteten Dänischen Volkspartei, Pia Kjærsgaard, die dem liberalen Ministerpräsidenten im Parlament die Mehrheit sichert, ohne direkt an der Regierung beteiligt zu sein. Kjærsgaard tritt - wie auch Kofi Annan und George W. Bush - selbst unfreiwillig in dem Streifen auf und sagt scheinbar über den - im Film - ermordeten Rasmussen: »Natürlich war er schwul, das wusste doch jeder.« In Wahrheit bezieht sich ihr Ausspruch auf den im Jahr 2002 ermordeten niederländischen Politiker Pim Fortuyn. Kjærsgaard aufgebracht: »Ich fühle mich von den Filmemachern missbraucht. Die politischen Morde, die in Holland und Schweden passiert sind, waren tragische Ereignisse. Und ein erdachter Mord an Anders Fogh ist kein guter Humor.«

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