Historiker Andreas Rödder im Interview "Die Konservativen sind selber schuld, dass sie in die Defensive geraten sind"
Andreas Rödder
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Andreas Rödder, Jahrgang 1967, ist Professor für Neueste Geschichte an der Universität Mainz und Mitglied der CDU. Am 21. März erscheint bei C. H. Beck sein neues Buch "Konservativ 21.0: Eine Agenda für Deutschland".
SPIEGEL: Herr Professor Rödder, Sie haben sich in den letzten Jahren als Kritiker von Kanzlerin Angela Merkel hervorgetan. Was werfen Sie ihr vor?
Rödder: Angela Merkel hat die CDU deutlich nach links gerückt, ohne dass dies inhaltlich diskutiert worden wäre. Das hat die CDU programmatisch entkernt, und es hat der SPD die Luft zum Atmen genommen. Das Ergebnis waren zwei geschwächte Volksparteien, die sich kaum noch voneinander unterscheiden. Dadurch haben sich die politischen Konflikte an die Ränder verlagert. Das nützt vor allem der AfD, und das schadet der Demokratie.
SPIEGEL: Viele Konservative in der CDU haben auf Friedrich Merz gesetzt, der sich im vergangenen Herbst um die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Chef bewarb. Sie auch?
Rödder: Ich war in der Tat für Merz, weil ich die Hoffnung hatte, dass er liberal-konservativen Anliegen wieder mehr Geltung verschafft.
SPIEGEL: Am Ende hat Merz verloren. Zeigt das nicht, dass die CDU eben keine konservative Partei mehr ist?
Rödder: Sie können den Parteitag auf zwei Arten lesen. Sie können sagen, dass mit Annegret Kramp-Karrenbauer die Kandidatin Merkels gewonnen hat. Sie können aber auch sagen, dass mit Friedrich Merz der explizite Gegenentwurf zu Merkel 48,25 Prozent der Stimmen auf sich vereint hat. Das zeigt: Es gibt ein starkes Bedürfnis, die CDU nach der Ära Merkel neu auszurichten. Zumal Frau Kramp-Karrenbauer tatsächlich keine Merkel 2.0 ist.
SPIEGEL: Hätte ein konservativerer CDU-Kanzler als Angela Merkel verhindern können, dass mit der AfD erstmals eine rechtspopulistische Partei in den Bundestag einzieht?
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