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Briefe

ANGEKLAGTER AGARTZ (Nr. 48/1957, Recht)
aus DER SPIEGEL 50/1957

ANGEKLAGTER AGARTZ (Nr. 48/1957, Recht)

Politische Justiz - wie in »Besuch bei Ulbricht« geschildert -, angefangen von Stand- und Sondergerichten bis hin zu solchen publizistisch wohlvorbereiteten Veranstaltungen vor hohen Bundesgerichten, ist immer vom Übel. Besonders aber dann, wenn so eindeutig die weltanschauliche »Stoßrichtung« offen liegt. Warum wurde Viktor Agartz angeklagt? Weil er mehr oder weniger enge, mehr oder weniger unkluge »Kontakte« in die DDR, zu politischen Menschen »dort drüben« hatte. Ist das, muß man fragen, ein Verbrechen? Ein »Staatsverbrechen«? Fordert nicht der neue »Gesamtdeutsche Minister«, Herr Lemmer, engere und persönlich wertvolle Beziehungen zu den Deutschen jenseits einer willkürlich gezogenen Grenze?

Offenbach FRANZ NEUMANN

Dr. Agartz hat mir keine »Materialien« über Herrn Globke geschickt. Selbst wenn man mir »Persilscheine« bündelweise vorgelegt hätte, so bliebe Herr Globke für mich immer noch der alte, nämlich der Kommentator der Nürnberger Gesetze. Die Nürnberger Gesetze standen am Anfang, am Ende standen die Verbrennungsöfen von Buchenwald.

Stuttgart ADOLF KUMMERNUSS

Vorsitzender der Gewerkschaft ÖTV

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