Foto: [M] dpa; Grafik: Thomas Hammer / DER SPIEGEL

Merkels Kanzlerschaft in der Datenanalyse Ihre Minister, ihre Gegner, ihr Vermächtnis

Welche Krisen prägten die 16 Jahre unter Angela Merkel? Wann waren ihre Umfragewerte hoch, wann niedrig? Der Rückblick in Grafiken.

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Dieser Artikel wurde erstmals 2021 veröffentlicht und nun aktualisiert.

Als Angela Merkel 2013 am Ende des TV-Duells mit Peer Steinbrück ihr berühmtes »Sie kennen mich« an die Wählerschaft richtete, traf sie damit einen Nerv. Der Satz brachte auf den Punkt, was viele Deutsche an ihr schätzten: keine bösen Überraschungen, keine Unruhe, keine zu großen Veränderungen. Man weiß, was man bekommt. Sie kennen mich.

Viele Wählerinnen und Wähler goutierten dieses Versprechen und machten ihr Kreuz damals mehrheitlich bei den Unionsparteien, genau wie vier Jahre später. Im Rest Westeuropas kamen und gingen die Regierungschefs, Merkel blieb. So zählt sie zum Kreis der am längsten dienenden europäischen Staatenlenker der zurückliegenden 30 Jahre und rangiert, was die Amtsdauer anbelangt, in einer Liga mit Despoten wie Recep Tayyip Erdoğan und Alexander Lukaschenko.

In ihren vier Kabinetten lief dann aber nicht immer alles so verlässlich, still und ruhig, wie es sich die Chefin wohl gewünscht hätte. Plagiatsaffären, Flüchtlingskrise und Koalitionsstreit sorgten immer wieder für Wechsel auf der Regierungsbank. Trägt man ihre Ministerinnen und Minister der letzten 16 Jahre auf einem Zeitstrahl ab, lässt sich nachzeichnen, wer Merkels Vertrauen genoss, wer diese Zeit mitprägte – aber auch, wann es in den Koalitionen knarzte.

Die regierungsinternen Verwerfungen hatten allerdings kaum Auswirkungen auf Merkels Beliebtheit: Die Kurve, welche die Zufriedenheit der Bundesbürger mit ihrer Arbeit abbildet, verläuft über 16 Jahre erstaunlich konstant. Finanzkrise, 180-Grad-Wende in der Atompolitik oder umstrittene Reformen wie die Einführung des Mindestlohns formen nur kleine Dellen. Verkürzt könnte man sagen: Die Deutschen fühlten sich insgesamt wohl mit der Kanzlerin.

Was bleibt inhaltlich nach knapp 16 Jahren von der Kanzlerschaft Merkels? Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Kritische Stimmen monieren seit den frühen Jahren ihrer Kanzlerschaft, dass nicht klar sei, wofür Angela Merkel stehe. An einigen Kennzahlen lässt sich aber ablesen, wie sich das Land entwickelte:

Ein abschließendes Urteil zu Merkels 16-jähriger Amtszeit steht aus. Gerade Russlands Krieg gegen die Ukraine sorgt auch bei ehemaligen Merkel-Ministern wie Wolfgang Schäuble für eine kritische Sichtweise. Zumindest bei einer Umfrage für die Helmut-Kohl-Stiftung zu den bedeutendsten Kanzlern wurde Merkel noch vor dem ähnlich lange amtierenden Helmut Kohl eingeordnet.

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