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Libanon Angst vor Vereinigung

aus DER SPIEGEL 32/1996

Der Widerstand gegen die Parlamentswahlen ab Mitte August weitet sich zum Massenprotest gegen Syrien aus. Vor allem christliche und unabhängige Politiker lehnen die ihrer Meinung nach mit unlauteren Mitteln durchgesetzte Änderung des Wahlgesetzes ab: Die Kritiker befürchten, daß die Chancen prosyrischer Kandidaten durch maßgeschneiderte Wahlkreise überproportional steigen. Prominente Gegner wie Raymond Edde, Vorsitzender des überkonfessionellen »Nationalen Blocks«, und General Michel Aun, Ex-Kommandeur der Libanon-Armee, warnen vor den Folgen des Urnengangs: Die Wahlen seien die Vorstufe zur Zwangsvereinigung der Zedernrepublik mit »der Mutter Syrien« - die ohnehin eine 35 000 Mann starke »Befriedungstruppe« im Libanon stehen hat. Letzte Hoffnung der Vereinigungsfeinde ist nun ein Einspruch des Beiruter Verfassungsrates, der das Wahlgesetz aufheben und den schleichenden Anschluß verhindern könnte.

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