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ABGEORDNETE Anspruch und Wirklichkeit

aus DER SPIEGEL 52/2002

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Börnsen steht im Verdacht, Bundestagsgelder zur indirekten Parteienfinanzierung eingesetzt zu haben. Der Ehemann einer Ex-Mitarbeiterin der CDU-Kreisgeschäftsstelle Schleswig-Flensburg erstattete vergangenen Montag Strafanzeige wegen Betrugs über 470 000 Mark gegen Börnsen, einen ehemaligen und einen aktiven CDU-Kreisgeschäftsführer sowie seine Frau als Nebentäterin. Die Sekretärin hatte 24 Jahre lang für die Partei gearbeitet, war aber seit 1981 fast durchgehend aus Geldern des jeweiligen CDU-Wahlkreisabgeordneten bezahlt worden. Börnsens Ex-Mitarbeiterin räumt ein, »bis auf winzigste Ausnahmen von weniger als 5 Prozent der Arbeitsleistung« für die Partei gearbeitet zu haben. Börnsen hingegen sagt, die Frau habe über 90 Prozent ihrer Arbeitszeit für seine Abgeordnetentätigkeit eingesetzt: »Wir haben das ganz streng gehandhabt.« Mit Versuchungen, denen Volksvertreter ausgesetzt sind, kennt sich Börnsen aus: Er ist Autor des Buches »Vorbild mit kleinen Fehlern. Abgeordnete zwischen Anspruch und Wirklichkeit«.

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