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ARABISCHER RAT.

aus DER SPIEGEL 4/1970

SPD-Geschäftsführer Hans-Jürgen Wischnewski -- als Araberfreund »Ben Wisch« genannt -- assistierte dem Kanzler in der Außenpolitik. Während Willy Brandt in Tunis Besuch machte, traf sich sein Reisebegleiter -- abgeschirmt gegen Journalisten -- mit den Außenministern zweier anderer arabischer Länder: In Tunis sprach Wischnewski, der im Algerienkrieg die Kriegskasse der Befreiungsfront in seinem Kölner Heim aufbewahrt hatte, zwei Stunden lang mit seinem Freund, dem algerischen Außenminister Abd el-Asis Buteflika. »Bild am Sonntag« entdeckte indessen, daß »uns die Algerier seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen noch nicht wieder« kennen. Das ging -- laut »BamS« -- »sogar so weit, daß sich der algerische Außenminister im Hilton-Hotel hinter einem Pfeiler versteckte, als Willy Brandt die Empfangshalle betrat«. Nach seinem Gespräch mit dem Algerier flog Wischnewski nach Tripolis -- mit einem Visum für Libyen, das in Kairo bestätigt worden war. Im Auftrage Brandts konferierte Wischnewski mit dem libyschen Außenminister Saleh Bussir über bilaterale Fragen und suchte zu sondieren, inwieweit die westdeutschen Ölinteressen durch das Revolutionsregime gefährdet sind. Zwar fand Wischnewski, daß sich »da im Moment nichts tut«; doch nach seiner Rückkehr erhielt er in Tunis von eingeweihten arabischen Politikern den Rat, die Deutschen sollten sich nach anderen Ölquellen umsehen.

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