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Briefe

Arbeit statt Schule?
aus DER SPIEGEL 24/2004

Arbeit statt Schule?

Nr. 22/2004, Strafjustiz: Vor dem Landgericht Hildesheim beginnt der Prozess gegen elf »Folterschüler«, die Jagd auf einen Klassenkameraden machten

Diese »Jungs«, die mal mehr oder weniger gewalttätig sind, gibt es an jeder berufsbildenden Schule. Sie kommen zu uns, weil sie von anderen Schulen abgeschoben werden. Das ist einfach, führt aber zu einer Multiplikation der Probleme. Eine Verschärfung des Jugendstrafrechts bringt nichts. Besser wäre es, aus der Schulpflicht Arbeitspflicht zu machen. Was diese Schüler am allerwenigsten brauchen, ist die Schule. Sie brauchen bezahlte Arbeit. Um wieder aufs Gleis zu kommen, benötigen sie zusätzlich einen Betreuer, einen Gesellen oder Facharbeiter, etwas älter als sie, klug, cool und kräftig muss er sein. Ein Vorbild also! Die findet man bei VW oder in anderen Betrieben, auch im Handwerk. Und was ist das Geheimnis? Der Betreffende muss arbeiten, verdient Geld und lernt so die normale Welt kennen. Anti-Aggressionstraining oder Haft ist für die Gesellschaft zehnmal teurer!

AACHEN HARTMUT NEUMANN

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