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MODERNES LEBEN Architekten im Rekordfieber

aus DER SPIEGEL 29/1989

Genug ist nicht genug: Obschon das gegenwärtig höchste Bürogebäude der Welt, der »Sears Tower« in Chicago, bereits 443 Meter gen Himmel ragt und im vergangenen Jahr an die 200 Fenster durch Windstürme zu Bruch gingen, planen rekordsüchtige Architekten weiter. Einen Steinwurf entfernt soll ein 594 Meter hoher Büroriese, das »Miglin-Beitler-Building«, entstehen. An 150 Stockwerke beziehungsweise 559 Meter denkt in New York der Immobilien-Löwe Donald Trump. Sein »Trump City Projekt« mache vor allem deswegen Sinn, weil er in der Nachbarschaft weitere Hochhäuser wachsen lassen will, und die würden dann vom Aufmerksamkeitswert, von »Prestige und positiver Kraft« des Superturms profitieren. Ernst zu nehmende Konkurrenz droht den Amerikanern in Tokio. Dort erwägt die Firma Takenaka, einen 1000 Meter hohen Wolkenkratzer aus dem Boden zu stampfen, dreimal so hoch wie der Eiffelturm. 35 000 Menschen würden in dem kegelförmigen Monsterbau »Sky City 1000« wohnen und 130 000 darin arbeiten. Bei einer Bauzeit von 14 Jahren werden die Kosten auf 67 Milliarden Mark geschätzt. »Zwei je 500 Meter hohe Gebäude«, sagt ein Firmensprecher bescheiden, »wären uns aber auch recht.«

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