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China Arme Bauern rebellieren

aus DER SPIEGEL 4/1995

Unruhen und Ausschreitungen, die Chinas kommunistische Führung für die Zeit nach dem Tod von KP-Patriarch Deng Xiaoping befürchtet, häufen sich schon jetzt: Mehrere hundert Bauern demonstrierten zur Jahreswende in der südchinesischen Armutsprovinz Guizhou. Ihr Protest richtete sich gegen rüde Steuereintreiber in der Provinzstadt Tongren, die ihnen trotz schlechter Ernten eine Getreideabgabe abgepreßt hatten. Als die Polizei einschritt, fielen Schüsse; Demonstranten wurden verletzt. Daraufhin griffen die Bauern das örtliche Hauptquartier der Sicherheitskräfte an. Augenzeugen zufolge wurden mehr als 40 Soldaten und Polizisten niedergemacht; auch eine unbekannte Anzahl von rebellierenden Bauern kam ums Leben. Nachdem die Aufständischen obendrein ein Waffenlager der Armee geplündert hatten, wurde eilends eine Eliteeinheit in die entlegene Stadt entsandt. Erst die Spezialtruppen konnten den Aufruhr unter Kontrolle bringen. Zwar versuchten staatliche Stellen in der Provinzhauptstadt Guiyang, die Ereignisse zu vertuschen; zugleich aber wurde für Polizei und Armee eine Urlaubssperre verhängt.

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