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PRESSE Aspirin für die Auflage

aus DER SPIEGEL 49/2002

Einen Marketing-Deal mit der Pharmabranche hat das Springer-Wochenblatt »Bild am Sonntag« ("BamS") geschlossen. Unter der Überschrift »Wird Aspirin das Medikament des 21. Jahrhunderts?« berichtete die »BamS« am 10. November ganzseitig über »neue, verblüffende Wirkungen« des Bayer-Schmerzmittels - unter anderem zitierte der Autor darin Forschungsansätze, nach denen bei Einnahme des Aspirin-Wirkstoffs Acetylsalicylsäure das Risiko sinke, etwa an Darmkrebs, Alzheimer oder Lungenkrebs zu erkranken. Knapp räumte der Autor jeweils ein, dass indes »weitere Studien« vonnöten seien. Bayer war über den Beitrag so entzückt, dass man dem Verlag 30 000 Exemplare abkaufte, die in Ostdeutschland, wo die »BamS« mit Auflagenproblemen zu kämpfen hat (minus 12,6 Prozent in den vergangenen zwei Jahren), kostenlos verteilt wurden. Auf Seite eins der von Bayer gesponserten Ausgaben prankte der Aufkleber »Gratis-Exemplar - Aspirin wünscht Ihnen einen schönen Sonntag«. Springer weist den Vorwurf redaktioneller Einflussnahme zurück.

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