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Briefe

ASSI HAHN
aus DER SPIEGEL 1/1952

ASSI HAHN

(Nr. 50/51, Kriegsgefangene)

Herr Hahn verspricht uns schon im Titel seines Buches, die Wahrheit zu sprechen und verlangt dann von den harmlosen Lesern, daß sie glauben sollen, daß er den russischen Winter bei 10 bis 15 Grad Kälte und 1 Meter Schnee barfuß und halbnackt 36 Stunden teils zu Fuß, teils auf offenen Lastwagen oder angebunden an vereiste Baumstämme, ohne sich Erfrierungen zuzuziehen, überstanden hat. Er ist wahrhaft ein Gigant und - ei der daus - wie er forsch mit den NKWD-Beamten umgegangen ist und sogar Herrn Ulbricht im Leninbart kraulte. Mal behauptet er, eine Stunde lang und mal zwei Stunden lang - und ein Gedächtnis hat er, um das ihn das Schicksal beneiden könnte. Nur eins kann er nicht verleugnen, daß er Flieger war und jetzt als Segelflugzeug die nationalen Phrasen benutzt.

Hamburg

Lothar-Walter Beyer

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