Zur Ausgabe
Artikel 50 / 105
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

TERRORISMUS Asyl in Massachusetts

aus DER SPIEGEL 51/2009

Die amerikanische Universitätsstadt Amherst hat als erste US-Gemeinde angeboten, freigelassene Guantanamo-Häftlinge aufzunehmen, die nicht zurück in ihre Heimatländer können. Die Stadtversammlung des 35 000 Einwohner zählenden Ortes im Bundesstaat Massachusetts sprach sich dafür aus, den Ex-Gefangenen in Amherst ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Einzige Voraussetzung: Sie müssen vom Terrorverdacht freigesprochen worden sein. Dem vorausgegangen war die Initiative einer 82-jährigen ehemaligen Hochschullehrerin: Ruth Hooke sammelte auf dem örtlichen Bauernmarkt die erforderlichen 100 Unterschriften für eine Eingabe bei der Stadt. Die Stadtversammlung stimmte mehrheitlich für das Vorhaben und forderte damit den US-Kongress auf, künftig zu erlauben, dass Häftlinge aus Guantanamo auf amerikanischen Boden entlassen werden. Ruth Hooke hatte bereits im Jahr zuvor im orangefarbenen Overall vor dem Obersten Gerichtshof für die Schließung des Gefangenenlagers demonstriert: »Wir haben diese Leute all die Jahre eingesperrt, in unserem Namen, in meinem Namen. Unsere Regierung hat das getan.« Die 72 Quadratkilometer von Amherst gehören zu den liberalsten Flecken Amerikas. Die Bewohner hatten schon gegen Menschenrechtsverletzungen des Apartheid-Regimes in Südafrika und in Darfur protestiert. Es sei eine Frage der Gerechtigkeit und Verantwortung, jetzt Gefangene aus Guantanamo aufzunehmen, begründet Aktivistin Hooke ihre Aktion.

Zur Ausgabe
Artikel 50 / 105
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.